PC selber bauen - Eine Bauanleitung baue Deinen neuen PC mithilfe dieser Schritt-für-Schritt-Bauanleitung selber zusammen

  • Wie baue ich einen Computer selber zusammen?

    In diesem Guide erklären wir Dir Schritt für Schritt wie Du Deinen eigenen Computer zusammenbauen kannst und auf was Du dabei achten solltest.

Für diesen Guide wird folgende Hardware verwendet:

  • Asus Z97-P
  • Intel Core i5-4590
  • Crucial Ballistix Sports 2x4GB – 1600 MHz
  • Corsair CS 450M
  • CoolerMaster N 300 Midi Tower
  • 120GB Samsung 850 Evo 2.5
  • 1000GB Seagate Desktop HDD ST1000DM003
  • MSI GTX 970

1. Mainboard-Vorbereitung

Als erstes bestückt man in der Regel das Mainboard mit der CPU und dem Arbeitsspeicher bevor man es in das Gehäuse einsetzt. Der Grund dafür ist, dass man so noch einfach an die Sockel heran kommt und nicht umständlich im Gehäuse arbeiten muss.

Bitte vor Beginn beachten!

Bevor wir mit dem Zusammenbau beginnen, solltest Du unbedingt Deine Hände „erden“, damit Du den empfindlichen Bauteilen keine Stromstöße verpasst und diese schon vor der Inbetriebnahme beschädigst. Dafür gibt es spezielle Tücher oder Du fasst an den Schutzkontakt einer Steckdose (hier ist allerdings Vorsicht geboten! Nicht in die zwei Steckdosenlöcher fassen!).

Mainboard mit wichtigen Steckplätzen
Mainboard mit wichtigsten Steckplätzen

Nachdem Du Deine Hände geerdet hast, kann das Mainboard ausgepackt werden. In der Regel befinden sich in der Verpackung des Mainboards eine Beschreibung, eine Rückblende und ggf. Zubehör wie SLI Stecker, Klebestreifen oder ähnliches.
 Das Mainboard solltest Du auf einen nicht statischen Untergrund legen. 
Hierfür eignet sich z.B. eine Anti-Rutsch-Matte oder einfach die Mainboard-Verpackung mit der Hülle darauf. In der Beschreibung, die Dir vom Mainboard-Hersteller mitgeliefert wurde, befindet sich häufig ein schwarz-weißes Foto des Mainboards mit den wichtigsten Anschlüssen oder Features.

2. Intel-CPU einbauen

Bevor wir mit dem Einbau der CPU ins Mainboard beginnen, ist es wichtig sicherzustellen, dass die CPU ins Mainboard passt. Dabei gibt es zum einen den Unterschied zwischen AMD und Intel und zum anderen auch noch verschiedene Steckplätze der einzelnen Hersteller. Auf der CPU-Verpackung befindet sich der Hinweis LGA1150. Es handelt sich dabei um eine Intel-CPU mit dem Sockel 1150. Nun müssen wir nur noch sicherstellen, dass in der Beschreibung des Mainboards dieser Sockeltyp unterstützt wird.

Viele Anfänger haben beim Zusammenbau eines PCs vor allem davor Angst, die CPU womöglich falsch einzusetzen. Gleich vorweg: es ist einfacher als man beim ersten Mal denkt! Mit den richtigen Hinweisen kann hier eigentlich gar nichts schief gehen. Zu Beginn ist der Sockel verschlossen und hat meistens noch eine Schutzhülle oben drauf.

Um den Sockel zu öffnen, drückt man den Bügel (siehe Foto rechts) nach unten, schiebt diesen dann nach rechts und klappt ihn zum Schluss zusammen mit dem Deckel nach oben. Die einzelnen Sockel-Pins im Inneren dürfen dabei nicht berührt werden, da diese sehr empfindlich sind und abbrechen bzw. sich verformen können.

Nachdem dieser Schritt beendet ist, packt man die CPU aus ohne dabei die kleinen Kontakte an der Unterseite zu berühren. Beim Einsetzen ist ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig.

Mainboard-Sockel Detailansicht
Öffnen des Sockels auf dem Mainboard
Mainboard-Sockel Detailansicht 2
CPU (rechtes Bild) wird so aufs Mainboard (linkes Bild) gesetzt, dass die rot umkreisten Einkerbungen aufeinander liegen.
Mainboard-Sockel Detailansicht

Auf dem Sockel und an der CPU befinden sich jeweils zwei Einkerbungen (siehe Bild, rot eingekreist), die Dir dabei helfen die korrekte Position fürs Einsetzen der CPU in das Mainboard zu erhalten. Zudem befindet sich an einer Ecke der CPU ein Dreieck, das ebenfalls am Sockel hervorgehoben ist. Da durch dieses Dreieck klar ist wie herum die CPU ins Mainboard gehört, setzt man diese langsam in den Sockel ein ohne die CPU aus größerer Entfernung „fallen“ zu lassen.

Anschließend schließt man wieder die Sockel-Klappe indem man den Bügel nach unten drückt und wieder unter der Halterung (hier eine Schraube unterhalb des Sockels) einrasten lässt. Dabei müsste sich automatisch die Schutzhülle aus der Halterung lösen, welche dann entfernt wird. Sollte diese sich nicht automatisch lösen, muss man diese selbstständig herausnehmen.

3. CPU-Lüfter anbringen

Um den Einbau der CPU abzuschließen, fehlt natürlich noch die Kühlung.
 In unserem Fall wird der Standard Boxed-Kühler eingesetzt. Natürlich kann man auch einen anderen CPU-Lüfter einsetzen, benötigt dann aber zusätzlich noch eine Wärmeleitpaste! Auf dem Boxed-Kühler ist diese bereits aufgetragen.
 Bei einem individuellen Lüfter trägt man die Wärmeleitpaste auf die Kontaktfläche gleichmäßig auf und streicht diese eventuell noch mit einer Karte glatt. Das Anbringen ist je nach Art des Lüfters ein wenig unterschiedlich.

CPU-Kühler aufsetzen
CPU-Kühler auf die CPU setzen

Um den CPU Sockel befinden sich vier Löcher, an denen der Lüfter angebracht wird.
 Beim Einbauen des Lüfters sollte man darauf achten, dass das Kabel günstig zum entsprechenden Lüfter Anschluss (CPU_FAN) auf dem Mainboard steht. Zudem muss man ihn manchmal so drehen, dass überstehende Flächen nicht die Arbeitsspeicher Steckplätze behindern.

Der Einbau gestaltet sich recht simpel. Zuerst drückt man die diagonal stehenden Stützen in die Löcher, bis man diese einrasten hört. Mit welchen zwei Stützen man beginnt ist dabei völlig egal. Danach drückt man noch die anderen beiden Stützen in die Löcher bis auch diese einrasten. Zur Sicherheit kann man auch unterhalb des Mainboards nochmals nachprüfen, ob dort die vier Stützen korrekt überstehen und richtig sitzen.

Ausbau des Lüfters

Möchte man den Lüfter zu einem späteren Zeitpunkt gegen einen neuen ersetzen, muss man den Lüfter natürlich auch wieder entfernen können. Auf dem Foto erkennt man auf den jeweiligen Stützen des Lüfters Pfeile. Dreht man die Stützen in die Richtung der Pfeile, kann man den Lüfter wieder vom Sockel entfernen.

4. Arbeitsspeicher einbauen

RAM-Steckplätze auf dem Mainboard

Steckplatz-Info

Heutzutage verwenden fast alle Mainboards den Dual-Channel-Modus. Dieser bietet die Möglichkeit zwei oder mehr Arbeitsspeicher-Module einzubauen, die dann gleichzeitig vom Prozessor betrieben werden können. Um herauszufinden, ob Dein Mainboard Dual-Channel unterstützt, schaue bitte in der Beschreibung Deines Mainboards nach, welche Steckplätze bestückt werden sollen. Da der Einbau von Arbeitsspeicher auf zwei unterschiedlichen Kanälen einen Tempo-Schub bewirkt, bestückt man in der Regel den Kanal DIMM_A1 und DIMM_B1 (hier die beiden schwarzen Steckplätze). Anhand der Farbe sieht man stets, welche beiden Steckplätze im Dual-Modus zusammen gehören. 
In manchen Fällen überragt der CPU-Lüfter jedoch die Steckplätze des Arbeitsspeichers, weshalb man dann die Steckplätze DIMM_A2 und DIMM-B2 (grau markiert) verwenden muss. Dies macht aber überhaupt keinen Unterschied.

Arbeitsspeicher (RAM) einsetzen
Arbeitsspeicher ins Mainboard einsetzen

Einbau

Beachten muss man beim Einbau des Arbeitsspeichers nur die Einkerbung am Steckplatz und am Speicherriegel. Um den Arbeitsspeicher einsetzen zu können, müssen zunächst die zwei Klappen am Mainboard geöffnet werden (rot umkreist auf Bild oben). Danach drückt man den Arbeitsspeicher von oben in den Steckplatz, natürlich mit der passenden Seite - entsprechend der Einkerbung.

RAM-Baustein einsetzen
Der Arbeitsspeicher ist erst nach einem Klicken korrekt eingesetzt
Dual-Channel Arbeitsspeicher von oben
Obenansicht des Mainboards nach Einbau von zwei Speicherriegeln

Wenn man den Speicherriegel richtig hineingesteckt hat, klicken beide Sicherungen in die seitlichen Einkerbungen ein und der Arbeitsspeicher sitzt fest im Steckplatz. Das Hineindrücken des Arbeitsspeichers ist in vielen Fällen mit Kraftaufwand verbunden. Stelle bitte unbedingt sicher, dass die beiden Verschlüsse korrekt eingerastet sind.

5. Gehäuse vorbereiten

Im Inneren des Gehäuses befinden sich die verschiedenen Schrauben und Zubehör, um Festplatten usw. zu befestigen. 
Die meisten Gehäuse öffnet man, indem man hinten zwei Schrauben entfernt und die Seitenwand nach hinten weg zieht. Meistens befindet sich dann im Festplattenschacht ein Beutel mit dem Zubehör.

Kabel im Gehäuse
Im Gehäuse vorinstallierte Kabel

Zudem sind in der Regel verschiedene Kabel im Gehäuse installiert, die aber je nach Gehäuse variieren. In unserem Fall haben wir einen USB 3.0 Anschluss, einen USB 2.0 Anschluss, einen HD Audio und einen AC`97 Anschluss sowie die Power-Taste, den Reset-Knopf und die HDD LED.
 Je nachdem, ob das Gehäuse noch weitere LEDs oder Front-Anschlüsse bietet, befinden sich weitere Kabel im Inneren. Dazu aber später mehr.

Hinweis, welche Schrauben fürs Mainboard benötigt werden
Der Hinweis auf dem Gehäuse gibt Auskunft darüber, welche Schrauben für welche Mainboard-Form benötigt werden.

Halterungsschrauben

Damit später das Mainboard im Gehäuse untergebracht werden kann, müssen noch die Halterungsschrauben angebracht werden. Je nachdem ob man ein ATX, micro oder mini ATX Board hat, müssen die Halterungsschrauben angebracht werden. In der Regel findet man diese Angaben in der beiliegenden Beschreibung oder im Inneren des Gehäuses, wie hier im Bild.

In unserem Fall haben wir ein ATX Board und müssen die Löcher A, B, C, D, E, F, J, K und L mit Schrauben versehen.
 Manchmal hat man hierfür unterschiedliche Schrauben: zum einen die Standard-Schraube links im Bild und einmal die etwas unbekanntere Schraube rechts im Bild. Diese hat oben noch einen Kopf, der das Mainboard in der richtigen Position hält bis Befestigungsschrauben eingebaut sind. Das kann ganz praktisch sein, um das Mainboard in der richtigen Position zu halten bis man es fixiert hat. Die Rückblende drückt nämlich oft gegen das Mainboard und verschiebt es wieder ins Innere.

Mainboard-Schrauben
Unterschiedliche Arten von Mainboard-Befestigungsschrauben

In einigen Fällen befindet sich auch noch ein Aufsatz im Zubehör, mit dem die Schrauben besser fixiert werden können.

Aufsatz zum besseren Fixieren von Schrauben
Aufsatz zum besseren Fixieren von Schrauben
Rückblende zum Schutz des Mainboards vor Kratzern
Die Rückblende schützt das Mainboard vor Kratzern

Rückblende

Die Rückblende schützt das Mainboard vor Staub und anderen äußeren Einflüssen. An den offenen Stellen werden später die externen Anschlüsse des Mainboards wie z.B. USB-Anschlüsse angesteckt. Am einfachsten befestigt man die Rückblende am Gehäuse, indem man Sie von innen nach außen drückt. Man fixiert zunächst eine Seite am Rand des Gehäuse-Lochs und drückt dann die Blende Schritt für Schritt an den Kanten zur anderen Seite fest. Hört man ein Einrastgeräusch ist die Rückblende fest verankert.

6. Mainboard einbauen

Das Mainboard an die richtige Stelle der Rückblende zu drücken ist nicht immer ganz einfach. Bevor man das Mainboard in das Gehäuse drückt, sollte man noch die Rückblende überprüfen. Wie im vorherigen Bild zu sehen gibt es kleine „Stiftchen“, die in das Innere des Gehäuses ragen. Oft kann es vorkommen, dass diese ein wenig verbogen sind und dann später im Anschluss-Port landen, wenn man das Mainboard in das Gehäuse einbaut. Deshalb sollte man die Stiftchen ein wenig nach oben/unten biegen, damit diese über/unter den Ports sind und nicht in den Port-Kontakten landen.

Mainboard-Steckplätze nach Einbau ins Gehäuse
Mainboard nach Einbau ins Gehäuse

Hat man dies überprüft, nimmt man das Gehäuse vorsichtig an den Rändern und legt es auf die Halterungsschrauben. Wenn das Mainboard ganz unten ist, presst man es gegen die Rückblende, so dass die Ports durch die einzelnen Öffnungen gedrückt werden. Hierbei sollte man ebenfalls die Stiftchen im Blick haben und muss ggf. noch einmal ein Stiftchen zurecht biegen.

Hat man dann die Öffnungen wie links im Bild korrekt ausgefüllt, muss das Mainboard mit Hilfe von Schrauben an den Halterungen befestigt werden. Wesentlich einfacher sind dabei Halterungen mit überstehendem Kopf. Wenn diese Halterungen nicht vorhanden sind, muss man das Mainboard selbst in der richtigen Position halten bis man die erste Schraube fixiert hat. Schnell noch die anderen acht Schrauben anbringen und fertig ist das Einbauen des ATX-Mainboards.

Kabelmanagement

Da sich die 8-pin ATX Stromversorgung meist am oberen Ende des Mainboards befindet, gibt es in sehr vielen Gehäusen über dem Mainboard ein kleines Loch für das Kabelmanagement(hier als Kreis eingezeichnet, allerdings nicht vorhanden!). Meist liegt dann auch im Zubehör ein kleines Verlängerungskabel bei, welches dann benötigt wird, um die Verkabelung hinter dem Mainboard durchzuführen (Das Stromkabel des Netzteils ist für eine solche Kabelführung meistens zu kurz). Auf diese Kleinigkeit muss manchmal auch vor dem Einbauen des Mainboards geachtet werden, weil man ansonsten den Stecker nicht mehr durch das vorgesehene Loch bekommt.

Kabelmanagement der Stromversorgung
Kabelmanagement des ATX-Mainboards

7. Grafikkarte anbringen

Hat man nur vor einen Office-PC zu betreiben, kann die Grafikkarte auch weg gelassen werden.
 Für einfache Büro-Arbeiten reichen die integrierten Grafiklösungen von Intel aus und es ist keine weitere Grafikkarte notwendig. Möchte man allerdings einen Gaming bzw. Grafik-PC betreiben führt kein Weg an einer Grafikkarte vorbei.

Einbau einer Grafikkarte ins Gehäuse
Die rot umrandeten Bereiche zeigen, wo die Abdeckungen des Gehäuses herausgebrochen werden und die Grafikkarte eingebaut wird.

Einbau

Bei den meisten Mainboards ist der PCIe 3.0 16x Anschluss ganz oben unter der CPU.
 An der linken Seite befinden sich noch Abdeckungen des Gehäuses. Zuerst müssen diese entfernt werden. Je nachdem, wie groß bzw. wie viele Anschlüsse die Grafikkarte bietet, muss man hier eine oder zwei Abdeckungen entfernen. Je nach Gehäuse muss man diese herausbrechen oder kann sie geschickt heraus trennen. Hat man dies gemacht, kann man die Grafikkarte einsetzen.

Hierzu klappt man die Halterung nach rechts (wie beim Arbeitsspeicher) und kann die Grafikkarte einsetzen. Dafür gibt es zwei Hinweise:
 einmal ist völlig klar, dass die Anschlüsse der Grafikkarte links sein müssen, im Steckplatz und an der Grafikkarte befindet sich wieder eine Einkerbung. Rastet die Grafikkarte mit der Halterung ein, kann man diese an der linken Seite noch mit einer Schraube an den vorgesehenen Löchern befestigen.

PCI-Express und SLI Connectors - Anschlüsse der Grafikkarte
Anschluss der Stromversorgung vom Netzteil (mehr zu den Anschlüssen weiter unten)

Danach muss man noch auf der rechten Seite die PCI-Express (PCIe) Stromversorgung vom Netzteil anschließen. Beim Kauf der Grafikkarte bzw. des Netzteils muss darauf geachtet werden, dass die notwendigen Anschlüsse vorhanden sind. In diesem Fall benötigt man einen 8-pin und einen 6-pin Anschluss. Auf der linken Seite befinden sich noch die SLI-Connectors, um zwei oder drei Grafikkarten (NVIDIA 2-way SLI oder NVIDIA 3-way SLI) zu verbinden.

8. Netzteil einbauen

Einbau des Netzteils ins Gehäuse
Heutzutage werden Netzteile meist unten im Gehäuse eingebaut.

Heutzutage befinden sich die Netzteile meistens unten im Gehäuse, damit beide Lüfter Zugang nach außen haben. Früher waren die Netzteile eher oben, allerdings wurde dann immer die warme Luft vom Inneren des Gehäuses als Kühlung für das Netzteil verwendet.

Einbau eines Netzteils im oberen Bereich des Gehäuses
Beispielhafter Einbau eines Netzteils im oberen Bereich des Gehäuses

Um das Netzteil einzubauen ist nicht sonderlich viel zu tun. Am Boden befinden sich in der Regel vier Anti-Rutsch-Kreise oder kleine Erhöhungen, auf die man das Netzteil stellt. Befestigen tut man das Netzteil, indem man von außen vier bis fünf Schrauben anbringt, die entweder beim Netzteil als Zubehör dabei sind oder auf jeden Fall beim Gehäuse-Zubehör vorhanden sind.

Sollte bei eurem Gehäuse das Netzteil oben sein, ist der Einbau genau gleich.
 Man muss lediglich das Netzteil auf die zwei Stangen legen und dann befestigen (siehe Bild)

Beispiel eines modularen Netzteils
Beispiel eines modularen Netzteils

Modular vs Non-Modular

Bei einem Modularen Netzteil habt ihr die Möglichkeit nur die Kabel zu verwenden, die auch gebraucht werden.
 Während an einem Non-Modularen Netzteil alle Kabel fest verankert sind und später im Gehäuse verstaut werden müssen, hat man beim Modularen Netzteil die freie Wahl, welche Kabel man verwendet und benötigt.

Auf diesem Bild ist ein Modulares Netzteil von Be Quiet abgebildet. 
Wie man sieht sind die verschiedenen Anschlüsse farblich gekennzeichnet. Der gelbe Anschluss ist für die Stromversorgung des Mainboards, an die vier schwarzen Anschlüsse können Kabel für die Festplatten und Laufwerke angebracht werden und am grünen sowie am roten Anschluss werden die PCI Stromkabel für z.B. die Grafikkarte angeschlossen.

Hauptanschlüsse

EATX-Kabel
EATX Stromanschluss (20- oder 24-pin)

Hauptstromversorgung des Mainboards

ATX-Kabel
ATX Stromversorgung (4- oder 8-pin)

CPU Stromversorgung

Kann in getrennter oder kompakter Variante vorliegen (hier getrennt)

PCI-Kabel
PCIe Stromversorgung (6pin oder 8pin, Farben: rot, blau oder grün)

Grafikkarte

Kann in getrennter oder kompakter Variante vorliegen (hier getrennt)

SATA-Stromversorgung
SATA Stromversorgung

Laufwerk, Festplatte

4-pol Stromversorgung
4-pol Stromversorgung

IDE Festplatte (alt), Lüfter

9. Festplatten einbauen

Bitte beachten!

Diesen Schritt tätigt man traditionell als letzten.
 Der Grund hierfür ist naheliegend: Mechanische Festplatten sind sehr empfindlich und können durch Fallschäden kaputt gehen. Baut man seine Festplatten gleich zu Beginn ein und dreht das Gehäuse desöfteren beim Einbau, bekommen die Schreibköpfe in den Festplatten immer wieder Schläge ab und können dadurch beschädigt werden. Deshalb sollte man die Festplatten immer erst am Ende einbauen.

Festplattenschächte zur Befestigung der Festplatten
Die Festplatten müssen meistens lediglich in solche Festplattenschächte geschoben werden.

In fast allen neueren Gehäusen findet man solche Festplattenschächte. In den meisten Fällen muss man die Festplatte lediglich in die vorgesehene Halterungen einschieben und dann von außen mit Schrauben befestigen. In vielen Fällen ersetzen auch Konstruktionen wie hier die lästigen Schrauben.

Das Prinzip ist denkbar einfach, man steckt die „Stöpsel“ in die vorgesehenen Schrauben Löcher in der Festplatte. Danach dreht man die Halterung zu, diese saugt sich an das Gehäuse und sorgt für einen stabilen Halt der Festplatte.

Es gibt auch Gehäuse, in denen man Festplatten nur einschieben muss und die dann automatisch einrasten. Entfernen kann man die Festplatten dann wieder, indem man die Einrasthalterung meist nach innen drückt und die Festplatte heraus zieht.

Aufpassen muss man, in welche Richtung man die Festplatte einbaut! 
In der Regel sind die Anschlüsse in Richtung Mainboard gerichtet. Sprich nicht auf der Seite, wo man Platz hat, sondern auf der Rückseite, wo die Kabel im Kabelmanagement verlaufen.
SSD am Boden des Gehäuses
Möglichkeit des Einbaus einer SSD am Boden des Gehäuses

2,5 Zoll SSD Einbau

Für SSDs sind oft keine zusätzlichen Einschübe vorhanden, weshalb man meistens durch zusätzliche Halterungen SSDs in die HDD Schächte schieben muss.
 In meinem Beispiel gibt es am Boden des Gehäuses die Möglichkeit eine SSD zu platzieren. In anderen Fällen gibt es solche Möglichkeiten auch häufig unterhalb der optischen Laufwerkschächte oder sogar auf der Rückseite des Mainboards.

SSD unten im Gehäuse
Die SSD wird einfach unten im Gehäuse festgeschraubt.

Der Einbau ist aber auch hier sehr einfach. Man platziert die SSD über den Schrauben und schraubt diese von unten fest.
 Benötigt man eine zusätzliche Halterung, wie im Foto rechts zu sehen, macht man das gleiche eben nur auf der zusätzlichen Halterung. Hat man die SSD darin fixiert, schiebt man die Halterung wie eine HDD in den Festplattenschacht und schraubt bzw. befestigt diese an der Seite.

SSD-Halterung
Zusätzliche Halterung für die Befestigung einer SSD im Gehäuse

10. Optische Laufwerke einbauen

Optische Laufwerke im Gehäuse
Zum Einbau der optischen Laufwerke müssen die Abdeckungen entfernt werden.

Optische Laufwerke lassen sich wie Festplatten installieren. Im Normalfall ist die Halterung identisch zu der der Festplatten. Der einzige Unterschied ist, dass man am Gehäuse die vordere Abdeckung entfernen muss, um z.B. das Laufwerk herauszuhängen.

Bei einem Kartenleser ist es wie bei SSDs. Entweder ist eine Halterung vorgesehen oder man braucht ebenfalls einen 2,5 Einschub, mit dem man diesen dann befestigen kann.

Abdeckung der optischen Laufwerke entfernen
Zum Entfernen der Abdeckungen zuerst Teil 1 nach oben biegen und danach links und rechts die Halterungen (2) nach außen drücken.
Entfernte Abdeckung eines optischen Laufwerks
Front-Gehäuse nach Entfernen einer optischen Laufwekrs-Abdeckung

Abdeckung entfernen


In meinem Fall, muss man die vordere Abdeckung vom Gehäuse abnehmen, indem man es von unten anpackt und nach außen drückt. Dreht man die Abdeckung um, erkennt man, wie die Abdeckungen angebracht sind.

Als erstes biegt man das Teil (1) nach oben, damit es nicht mehr die Abdeckung festhält. Danach drückt man links und rechts die Halterung nach außen (2). Gleichzeitig drückt man von der anderen Seite die Abdeckung nach Innen und man kann die Abdeckung entfernen (ggf. bisschen Druck anwenden).
Natürlich sollte man nur so viele Abdeckungen entfernen, wie man auch optische Laufwerke einsetzt, aber dies erklärt sich von selbst…

Nachdem die kleinen Abdeckungen entfernt wurden, setzt man das Frontteil wieder an das Gehäuse.
In meinem Fall werden nun ein Kartenleser und ein DVD-Laufwerk eingebaut. Am einfachsten ist es, wenn man die Laufwerke von außen nach innen durch die Löcher schiebt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Laufwerke im Inneren entlang der vorgesehenen Ablagerungen geschoben werden. Gegebenenfalls müssen noch die Schrauben bzw. die späteren Halterungen entfernt werden.

Card Reader am Gehäuse befestigen
Befestigen der Laufwerke mit Halterungen oder Schrauben

Sitzt das Laufwerk richtig, muss man es im Gehäuse verankern.
Wie bereits bei der Festplatte gibt es in meinem Gehäuse vereinfachte Halterungen, die die lästigen Schrauben ersetzen. Einfach die Stöpsel in die Löcher drücken und die Halterung verschließen. Ist so eine geschickte Halterung nicht vorhanden, müssen die dafür gedachten Schrauben eingesetzt werden
(In der Beschreibung meist mit ODD-Schrauben gekennzeichnet).

Der Kartenleser verfügt über einen USB 2 Anschluss, der am Mainboard angeschlossen wird. Das DVD-Laufwerk muss man mit einem SATA Kabel am Mainboard verbinden und benötigt zusätzlich eine SATA Stromversorgung vom Netzteil.

11. Kabelmanagement

CPU-FAN Stecker im Mainboard

Lüfter

Das wichtigste ist zunächst einmal den CPU Lüfter anzubringen. Vergisst man diesen überhitzt nämlich schnell die CPU und geht kaputt. Beim meist teuersten/ oder zweitteuersten Bauteil wäre das ziemlich ärgerlich. Auf dem Mainboard findet man hierzu die Beschriftung CPU_FAN. Oft gibt es auch noch einen CPU_OPT Anschluss. Wie der Name schon sagt opt = optional, muss dieser nicht vorhanden sein. Hat man im Gehäuse zu viele Lüfter für die vorhandenen Mainboard Anschlüsse kann man auch diesen bestücken.

Installation des Lüfter-Steckers in den CPU_FANx-Anschluss
Um den Lüfter zu installieren, wird der Stecker des Lüfters in den CPU_FAN1-Anschluss gesteckt.

In den Standard-Gehäusen sind meistens 3-pin Lüfter vorhanden. 4-pin Lüfter lassen sich vom Mainboard besser regeln und geben die Möglichkeit die Drehzahl genauer zu steuern. In den Mainboards kann man sowohl 3-pin als auch 4-pin Lüfter anbringen, sofern – wie mittlerweile überall zu finden ist – 4-pin Anschlüsse im Mainboard vorhanden sind.
Falsch anschließen kann man dank der Sicherung am Anschluss-Port nichts. Dabei ist es egal ob man 3-pin oder 4-pin Lüfter vorliegen hat. 
Wie im CPU_FAN Bild zu sehen ist unterhalb der Kontakte eine Erhöhung vorhanden. An den Lüfter-Anschlüssen befinden sich zudem Abgrenzungen, weshalb man den Anschluss nur richtig anschließen kann, sofern man diesen nicht umdreht und die Abgrenzungen an der Sicherungen herunter schiebt. Einstecken muss man die Lüfter Stecker in den gekennzeichneten CPU_FAN1 – CPU_FANx Anschlüssen.

4-pol Anschluss zum Anschluss des Lüfters ans Netzteil

Einige Lüfter bieten auch die Möglichkeit die Stromzufuhr direkt über das Netzteil zu regeln. Dies geschieht, wie im Bild links zu sehen, über einen 4-pol Anschluss. Hier läuft der Lüfter allerdings immer mit voller Drehzahl und wird nicht vom Mainboard je nach Bedarf geregelt. Dies führt zu einem höheren Geräuschpegel!

Überschüssige Kabel sollten wie im Bild, mit Kabelbinder versehen werden, optimal befestigt man diese dann noch am Gehäuse, damit sie nicht nur in der Luft hängen. Beim CPU-Lüfter muss darauf geachtet werden, dass das Kabel nicht im Lüfter hängt und diesen blockiert.

In vielen Gehäusen befinden sich Löcher zur Hinterseite, 
um dort die Kabel durchzuführen, damit kein Kabelchaos entsteht.

Frontpanel-Anschlüsse

Hier empfiehlt es sich erneut die Beschreibung des Mainboards zu durchstöbern.
 Dort ist nämlich mit einer Bild-Anleitung genau erklärt, wo sich welche Header-Anschlüsse befinden.

USB 3-Header

Der USB 3 Header bietet bis zu zwei USB 3.0 Front Anschlüsse. Am Mainboard befindet sich der Header meistens auf der rechten Seite neben der 24-pin Stromversorgung.

USB 2-Header

USB 2 Anschlüsse findet man in der Regel mehrmals auf dem Mainboard. In meinem Beispiel befinden sich drei USB 2 Anschlüsse an der Unterseite des Mainboards.
 Beim Anschließen muss man darauf achten den Stecker richtig herum einzustecken. Links im Bild sehen wir, dass am linken unteren Eck kein Loch vorhanden ist und dementsprechend auch kein PIN am Mainboard-Anschluss. Hier muss man darauf achten den Stecker richtig herum anzubringen, da man sonst einen Pink verbiegt!

USB-Anschlüsse am Mainboard
Anschluss der USB-Anschlüsse am Mainboard
HD Audio und AC 97-Anschlüsse
HD-Audio-Anschluss

Audio-Anschluss

Diesen Anschluss findet man ganz links an der Unterseite des Mainboards oberhalb des Netzteils. Standard ist mittlerweile der HD Audio Anschluss, der AC`97 Anschluss ist veraltet, wird aber zusätzlich immer noch unterstützt. Rechts im Bild ist übrigens nochmals sehr gut der fehlende Pin vom USB 2 Anschluss zu sehen.

Anschlüsse für Start- und Resetknopf und LEDs

Start-, Resetknopf und LEDs

Auch hier muss man in der Beschreibung nachschauen, wo die einzelnen Pins belegt sind. Vor allem muss man wissen, wo sich der Pluspol und wo sich der Minuspol befindet. Dies ist die Steuerung für den Start- und Resetknopf sowie die HDD und Power LED Anzeige.
Nicht immer sind die Kabel beschriftet, oft zeigt ein Pfeil oder eine Markierung den + Pol an.
Bei den Tastern (Start- und Resetknopf) ist die Polung egal. Bei den Kabeln für die LEDs und den System Speaker muss darauf geachtet werden. Kaputt gehen kann allerdings nichts! Ob man es richtig gemacht hat, merkt man am Leuchten oder am Piepen. 
Falls nicht – einfach Polung (Stecker) tauschen.

SATA-Anschluss an Festplatte
SATA-Anschlüsse am Mainboard

Festplatte, Laufwerk

Egal ob HDD, SSD oder optische Laufwerke, in allen Fällen muss man einen SATA Anschluss und die Stromversorgung vom Netzteil anbringen. Am SATA-Anschluss ist immer an der linken Seite ein Eck vorhanden, an dem man erkennt wie herum man den Stecker anschließen muss. Möchte man den SATA Anschluss wieder entfernen, muss man oben auf das Metallstück Druck ausüben und dann herausziehen (im Bild rot markiert). Das andere Ende des SATA Kabels bringt man am Mainboard an. SATA Kabel sind normalerweise immer als Zubehör in der Mainboard Verpackung.

SATA-Anschluss an Festplatte
SATA-Anschlüsse am Mainboard

Stromversorgung

Den 20- oder 24-pin Anschluss findet man auf der rechten Seite des Mainboards.
Hier wird das Mainboard vom Netzteil mit Strom versorgt.
Links von der CPU befindet sich die zweite Stromversorgung. Hier gibt es entweder einen 4-pol oder einen 8-pol Stecker. Viele Netzteile bieten deshalb die Möglichkeit zwei 4-pol Anschlüsse zu einem 8-pol Anschluss zusammen zu stecken, um beiden Anschlussmöglichkeiten gerecht zu werden.

Checkliste

  • CPU-Lüfter Kabel angeschlossen?
  • Gehäuse-Lüfter montiert?
  • SATA Anschlüsse zu den Laufwerken vorhanden?
  • Doppelte Stromversorgung an das Mainboard angeschlossen?
  • Stromversorgung der Laufwerke montiert?
  • Front-Panel Anschlüsse bestückt (USB, Audio, …)?
  • Anschalt- und Resetknopf angeschlossen?
  • Grafikkarte – zusätzliche Stromversorgung?
  • Kabel gut befestigt, so dass diese nicht im Mainboard hängen und z.B. den CPU-Lüfter behindern?
  • Laufen alle Lüfter im Betrieb?

12. Fertigstellung

Nachdem alle Bauteile eingebaut wurden und die Kabel sitzen, sind wir mit der Hardware fertig. Als letzten Schritt sollte man allerdings noch ein paar Hardware-Tests durchführen, um sicher zu gehen, dass der Computer auch ordentlich funktioniert.

Bios updaten

Nach der Fertigstellung des Computers sollte man immer am Anfang das BIOS updaten. Sollte hier was schief laufen oder sich ein Defekt herausstellen kann man sich noch das 14-tägige Rückgaberecht zu Nutze machen, sofern man seinen Computer schnell nach Erhalt der Bauteile zusammengebaut hat. Hierdurch werden auch oft Systemfehler beseitigt. Manchmal kommt es vor, dass ein BIOS Update zwingend notwendig ist, weil mit der aktuellen Version die gekaufte CPU noch nicht unterstützt wird.

Bios Advanced Mode

In diesem Beispiel haben wir ein UEFI BIOS von Asus vorliegen.
Um eine neue Version des BIOS aufzuspielen müssen wir zunächst ins Flash Menü.
 Dazu gehen wir als ersten Schritt auf "Advanced Mode (F7)". Danach navigieren wir zum Punkt "Anwendungen".

ASUS EZ Flash 2-Anwendung

Von dort aus gelangen wir in die „ASUS EZ Flash 2-Anwendung“ und können die neue BIOS Version auf unserem USB-Stick auswählen.

Neue BIOS-Version von USB-Stick installieren

Die aktuelle BIOS Version erhält man auf der Webseite des Mainboard Herstellers 
(Den Link zu diesem Asus Beispiel erhaltet Ihr am Ende dieses Guides). Nachdem wir das neue BIOS ausgewählt haben, 
müssen wir nochmals eine letzte Bestätigung tätigen. Danach beginnt die Verarbeitung und der Computer startet mehrmals neu. Wenn dieser Schritt vollzogen ist, werden wir nochmals aufgefordert mittels F1 in’s BIOS zu schauen. Danach ist die Aktualisierung beendet.

Hardware testen

Hierfür gibt es mehrere verschiedene Programme und auch verschiedene Meinungen. 
Aus meiner Sicht genügt folgendes:

  1. Einen Arbeitsspeicher Test mittels Memtest86 durchführen
  2. Die Festplatte mit dem SMART Test - Data Lifeguard Diagnostic von WD prüfen
  3. Einen CPU-Stabilitätstest durchführen - so geht's
  4. Einen Grafikkarten-Benchmark-Test laufen lassen - damit geht's
  5. Ggf. gleichzeitig die Temperatur mit GPU-Z und CPU-Z überwachen - damit geht's

Bitte beachte: Wir übernehmen keine Haftung für eventuell enstehende Schäden beim Zusammenbau Deines Computers anhand dieser Anleitung.